Mobility
Smartphones: ringing the changes

Smartphones: Neuerungen in Sicht

Gesichtserkennung, AR-Technologien, Laden ohne Ladegerät – für 2019 und darüber hinaus zeichnen sich viele bahnbrechende Neuerungen bezüglich der Mobilität, Flexibilität und -Funktionalität von Smartphones ab. Unser Insider Gareth Kershaw stellt die neuesten Smartphone-Trends vor.

 

Der richtige Zeitpunkt für ein Handy-Upgrade ist eigentlich immer später. Oder vielleicht nie?

Ja, klar: einmal im Jahr oder so werden Handys wieder ein bisschen flacher, ein bisschen schneller, ein bisschen cleverer und ein bisschen schicker. Aber im Wesentlichen bleiben sie doch immer gleich. Mehr oder weniger dieselbe Benutzeroberfläche. Dieselben Apps. Dieselben Tasten. Dieselbe ärgerliche Tendenz, immer dann den Geist aufzugeben, wenn man sie am dringendsten braucht. Kurz gesagt hat sich im Grunde genommen in den letzten zehn Jahren nicht allzu viel getan, oder?

Doch, hat es. Es gab wirklich manches Neue. Und wenn man die fünf wichtigsten Diskussionspunkte auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona als Anhaltspunkt nimmt, dürften bald einige bahnbrechende Verbesserungen auf uns zukommen.

1. Es erkennt mich!

Manche Kritiker beschweren sich, dass heutzutage alle Smartphones gleich aussehen. Doch das wird irrelevant, wenn die Smartphones in Zukunft uns auseinanderhalten können. Denn allmählich nähern sich die Hersteller einem ihrer Langzeitziele: einer wirklich verlässlichen Gesichtserkennung, die PIN-losen und trotzdem sicheren Schutzes ermöglicht.

Frühere Versuche konnten nicht überzeugen (manche Gesichtserkennungen ließen sich durch ein Porträtfoto des Benutzers täuschen), aber die neusten Versionen scannen nicht nur die Gesichtszüge, sondern auch die einzigartigen Gesichts- und Schädelkonturen und vergleichen sogar Tonfall, Bewegungen und Schreibmuster.

2. Reality-Check

Wie wäre es, wenn Sie diesen Rock anprobieren könnten, ohne ihn anzuziehen? Oder wenn Sie sehen könnten, wie dieser Sessel tatsächlich in Ihrem Wohnzimmer wirken würde?

Genau das verspricht Augmented Reality (AR), ein Feature, das derzeit kurz vor der massenhaften Anwendung steht. Verschiedene Hersteller bieten AR-Entwicklungstoolkits für Apps an, mit denen der Benutzer digitale Objekte als Overlay über das Live-Bild der Kamera legen und auf verschiedene Art und Weise manipulieren kann.

Digitale Projektoren und holografische Displays sind ebenfalls in Entwicklung. Es wird vermutlich noch ein Weilchen dauern, bis diese Technologien ausgereift (und preiswert) genug für den Verbrauchermarkt sind, aber wenn es so weit ist, werden sie massive Auswirkungen haben.

3. Ein flexibler (faltbarer) Freund

Selbstheilende Displays? Ein Telefon, das man zusammenfalten und in die Tasche stecken kann? Gibt’s das wirklich?

Ja, absolut.

Ich selbst habe erstmals schon vor mehr als 10 Jahren ein vollständig faltbares Display zu Gesicht bekommen (wenn auch in einem Prototyp eines zweifellos sehr teuren militärischen Geräts). Und laut Fortune könnte 2019 – nach jahrelangem Hype um diese Technologie – tatsächlich ein flexibles Smartphone auf den Markt kommen.

Ich brauche Ihnen sicherlich nicht zu erklären, was das bedeuten würde.

4. Geräteloses Laden?

Die Akkulaufzeit – ein ewiges Ärgernis für Smartphone-Nutzer. Jeder Fortschritt in der Akkutechnologie wird sofort durch immer stärkere, stromhungrigere Prozessoren aufgewogen. Deshalb musste hier unbedingt ein weiterer Schwerpunkt gesetzt werden.

Die Hersteller experimentieren mit diversen Optionen für ein ladegeräteloses Laden – mit Solarenergie, Nanobatterien, Wasserstoffzellen und sogar kinetischer Energie.

Akkus werden in Zukunft sicherlich schneller und zunehmend kabellos geladen werden, also ohne Ladeanschluss. Dies gibt es in Ansätzen bereits und es wird sich umso schneller durchsetzen, je mehr die Verbraucher sich daran gewöhnen ist und je mehr Unternehmen diese Lademöglichkeiten installieren und anbieten.

5. Das ganze Gerät praktisch nur Display?

Displays werden seit Jahren mit jeder neuen Version größer, aber die Smartphones von morgen gehen noch einen Schritt weiter. Der Trend geht zum Rundum-Display mit Anzeigefunktionen vorne, hinten und an den Seiten. Was bedeutet das? Keine Tasten mehr – zumindest keine physischen Tasten.

Dadurch werden auch die Benutzeroberflächen einfacher. Intelligente, intuitive KI-gesteuerte virtuelle Assistenten (Virtual Assistants, VAs) werden stärker in den Vordergrund treten und mehr Aufgaben in Bereichen wie Navigation und Personalisierung übernehmen.