There’s no workplace like home
 

Der beste Arbeitsplatz ist zu Hause

Dank kontinuierlicher Fortschritte in der Breitbandtechnologie, beim mobilen Computing und bei Kollaborationslösungen wird unternehmensexternes Arbeiten – ständiger Anlass für Sorgen bei vielen konservativen Managern – seit einiger Zeit technisch immer unkomplizierter. Noch wichtiger ist jedoch, dass es auch wirtschaftlich immer attraktiver wird, schreibt Gareth Kershaw …

Sagen wir es nicht zu laut, aber manche Manager sind schon ein bisschen gestresst, oder?

 

„Was soll das heißen, Sie wollen am Donnerstag von zu Hause aus arbeiten?“

 

„Nun, zuerst habe ich ein Meeting gleich bei mir um die Ecke, dann eine dreistündige Telefonkonferenz und anschließend muss ich einen Bericht fertigstellen, also wäre es eigentlich sinnvoll.“

 

„Aber, aber, aber – nein, das geht nicht.“

 

„Oh. Warum denn nicht?“

 

„Ja, also, wegen der – wegen der Produktivität, genau. Und wegen der Sicherheit. Und aus noch ein paar anderen Gründen.“

 

Kommt Ihnen das bekannt vor?

 

Warum werden viele Manager immer noch so nervös, wenn Mitarbeiter zu Hause arbeiten möchten? Oder von irgendeinem anderen Ort aus? Eigentlich spielt der Arbeitsort doch kaum noch eine Rolle. Und die Ablehnung der Manager erweist sich zunehmend als kontraproduktiv. Und das aus immer mehr Gründen.

Erstens: Wie zahlreiche aktuelle Untersuchungen belegen, sind Telearbeiter nicht weniger produktiv oder effektiv, sofern geeignete Kanäle für Kommunikation und Engagement vorhanden sind.

(Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall. Studien von Gallup und Ernst & Young ergaben, dass Arbeitnehmer, die einen oder zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten konnten, ein höheres Engagement zeigten als ihre Kollegen, die jeden Tag ins Büro kommen mussten.)

Zweitens: Durch die schnelle Verbreitung von innovativen Technologien, wie sie beispielsweise auf Lenovo ThinkPads zu finden sind, sind diese Arbeitsformen nun deutlich sicherer, produktiver und teamorientierter.

Und drittens – der wichtigste Grund: Es ist wirtschaftlich NICHT MEHR sinnvoll, die Heimarbeit zu verbieten. Nicht nur aus den üblichen, allseits bekannten Gründen (gut für die Moral und die Work-Life-Balance, Ressourcen können bedarfsgerecht skaliert werden usw.), sondern auch aus konkreten, grundsätzlichen, praxisbezogenen Erwägungen heraus.

Denn eines ist unbestreitbar: Remote-Working und damit verbundene Technologien wie KI helfen Unternehmen, wichtige wirtschaftliche Zielvorgaben zu erfüllen.

Zum Beispiel durch Senkung der Betriebskosten. Berichten zufolge hat es ein großes Technologieunternehmen geschafft, von 1995 bis 2008 seine Bürofläche um sage und schreibe 78 Mio. m² zu verkleinern. 58 Mio. m² davon wurden für 1,9 Milliarden USD verkauft. Wenn das kein Argument ist …

Weitere Einsparungen ergeben sich durch die kürzeren Fahrtzeiten und ähnliche Effekte. Nach Zahlen von Global Workplace Analytics und FlexJobs* lässt sich durch Verzicht auf die tägliche Anwesenheitspflicht im Büro eine Zeitersparnis von 11 Tagen pro Jahr und Mitarbeiter erzielen – und eine flexible Arbeitszeitgestaltung bringt ebenfalls enorme Kosteneinsparungen: mehr als 11.000 USD/Jahr, wenn ein Arbeitnehmer die Hälfte der Zeit telearbeitet.

Auch in anderen Bereichen gibt es Vorteile.

Im Personalbereich, wo immer mehr Menschen auf Projektbasis arbeiten, können Remote-Arbeitsmöglichkeiten Zugang zu Talentreservoirs schaffen, die sonst unerreichbar wären: Mütter zum Beispiel, die ins Arbeitsleben zurückkehren möchten – was den Unternehmen wiederum bei Problemen wie dem geschlechterspezifischen Lohngefälle zugute kommt.

Ähnliches gilt auch in anderen Bereichen des Personalwesens, wo etwa in der Einstellung, der Einarbeitung und Karriereentwicklung enormes Potenzial schlummert. Das beginnt mit der Sichtung von Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und der Auswahl der besten Kandidaten. Es setzt sich bei der Begleitung der Kandidaten durch Rekrutierungs- und Onboarding-Prozesse fort und mündet dann in die kontinuierliche Unterstützung der Mitarbeiter bei der Entfaltung ihrer Talente und der Karriereentwicklung.

Kate Lister, Präsidentin von Global Workplace Analytics, zieht folgendes Fazit: „Egal, ob wir neun Meter, neun Stockwerke oder neun Zeitzonen voneinander entfernt sind – wir arbeiten virtuell. Die Beschäftigten haben das Gebäude längst verlassen.“

 

Konservative Manager werden sich wohl an diese Art von Stress gewöhnen müssen …

 

 

* https://www.flexjobs.com/2017-State-of-Telecommuting-US/